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6. NEUROTISCHE DEPRESSION
Die neurotische Depression verläuft - anders als die endogene
Depression - nicht in Phasen, sondern ist ein chronischer Prozeß.
Auch der Tagesablauf eines neurotisch Depressiven ist völlig anders
als der eines endogen Depressiven:
Der neurotisch Depressive fühlt sich oft am Morgen am besten,
sein Zustand wird dann aber im Verlauf des Tages immer schlechter.
Bei dieser Art der Depression findet man auch keinen absoluten Pessimismus,
keinen Grübelzwang, keine andauernde Selbstvorwürfe und fast keine
hypochondrischen Ideen.
Die neurotische Depression zeigt keine körperlichen Symptome,
da sie auf keine Stoffwechselstörung im Körper zurückgeht.
Betroffene klagen jedoch manchmal über Schlafstörungen, die aber
psychologisch, nicht organisch zu begründen sind. Man spricht hier
vom “Etappenschlaf”, d.h. die Menschen schlafen sehr unruhig und
wachen öfters auf.
6.1. Grundsymptome der Neurose
Die Neurose ist grundsätzlich ein Konflikt zwischen
bewußten und unbewußten Trieben, die in unserem Inneren
stattfinden.
Durch Verdrängung des Triebwünsches wird der Konflikt
scheinbar gelöst. Diese Verdrängung hat aber ein unbewußt
bleibendes Schuldgefühl zur Folge, welches die Tendenz zur
Selbstschädigung und Eigenbehinderung in sich trägt.
Man unterscheidet verschiedene Symptome, durch die diese Krankheit
gekennzeichnet ist:
6.1.1. Ambivalenz
Man spricht von Ambivalenz, wenn man einer Person gegenüber
unterschiedliche Gefühle, z.B Haß und Liebe, verspürt.
Die negativen Gefühle werden aber im Unbewußten gehalten, das
bedeutet, daß man sich der starken Ablehnung nicht bewußt
ist.
6.1.2. Neurotische Angst
Wenn die verdrängten unbewußten Tendenzen sich langsam in das
Bewußtsein vorschieben, so wird dieser Vorgang als enorm beunruhigend
erlebt. Daraus resulitiert eine irrationale - d.h. sie hat nichts mit dem
Verstand zu tun, sondern wird durch verdrängte Gefühle ausgelöst
- neurotische Angst.
6.1.3. Neurotisches Minderwertigkeitsgefühl
Menschen, die sich von anderen als nicht geliebt fühlen, sind nicht
mehr imstande, eine gute, natürliche, gesunde Beziehung zum eigenen Ich
aufzubauen.
So kommt es zu einer Verunsicherung des eigenen Ichs, man fühlt sich
minderwertig und benötigt die Hilfe der Mitmenschen, um das
Selbstwertgefühl wieder aufzubauen.
Dieses Minderwertigkeitsgefühl kann in ein Gefühl der
Sinnlosigkeit der eigenen Existenz münden.
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